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Jutta Pöstges wird Kulturmanagerin des Jahres

Kölner Kulturpreis für die künstlerische Leiterin von Kunsthaus KAT18

 

Jutta Pöstges, Foto: Britt Schilling

Am 30. August war es soweit: Am Montagabend wurde in einem festlichen Rahmen in der Kölner Flora zum 11. Mal der Kölner Kulturpreis verliehen – mit geladenen Gästen aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Stadtgesellschaft. In diesem Jahr erhielt die künstlerische Leiterin des Kunsthaus KAT18, Jutta Pöstges, in der Kategorie "Kulturmanager*in des Jahres" den Preis und wurde damit für ihre Arbeit im KAT18 vom Kölner Kulturrat ausgezeichnet. In Interviews mit dem Kölner-Stadtanzeiger und dem Domradio erzählt sie über ihre Arbeit im KAT18 und was diese für sie bedeutet.

 

Seit 2012 leitet Pöstges das KAT18 in der Kölner Südstadt, einer Ateliergemeinschaft der Gemeinnützigen Werkstätten Köln (GWK) mit Ateliers, Projekträumen und einer Kaffeebar. Das Kunsthaus fördert seit der Eröffnung künstlerische und kulturelle Prozesse, mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Künstler*innen der Ateliergemeinschaft in der Gesellschaft zu verbessern. Im Kunsthaus und in der Kaffeebar arbeiten insgesamt 35 Menschen mit Beeinträchtigung. 

 

Doch wie kam es dazu? Bereits nach ihrem Studium zog es die gebürtige Mönchengladbacherin in die Kunst- und Kulturstadt Köln. Während ihrer Arbeit in der Kunstvermittlung in Kölner Museen stieß sie 1993 auf die GWK, die eine neue Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigung aufbauen wollten. Hier bot sich die Gelegenheit, einen künstlerisch-therapeutischen Ansatz umzusetzen, so Pöstges. In diesem Rahmen arbeitete sie viele Jahre mit einer Gruppe von Künstler*innen in Rodenkirchen zusammen. Daran anknüpfend wurde seit 2005 gemeinsam mit Kunst und Begegnung in der Stadt e.V. (KuBiSt) die Idee entwickelt, zentral in Köln ein neues Kunsthaus aufzubauen: Das Kunsthaus KAT18.

 

Wie kann man sich die Arbeit im KAT18 vorstellen und was bedeutet es für die Künstler*innen dort zu arbeiten?

 

Die Künstler*innen im KAT18 arbeiten an individuellen Themen und Fragestellungen. Die Werke werden in der hauseigenen Galerie ausgestellt und an andere Institutionen vermittelt, etwa an das Münchner Haus der Kunst, in dem dieses Jahr die Arbeiten des KAT18-Künstlers und EUWARD-Preisträgers Andreas Maus zu sehen waren oder an das erzbischöfliche Museum Kolumba in Köln, in dem derzeit Werke von KAT18-Künstler*innen gesichtet werden, um sie für die eigene Sammlung zu erwerben.

 

Im KAT18 erhalten die Künstler*innen eine Ausbildung, wobei sich an ein Curriculum gehalten wird. Dabei lernen sie unterschiedliche Techniken und Themenfelder der Kunst kennen. „Meistens handelt es sich dabei um Menschen, die bereits privat in ihrem Wohnumfeld künstlerisch gearbeitet haben. Diese Menschen haben oft eine Sache, die sie antreibt. Häufig sind es auch erlebte Geschichten aus ihrem Alltag, die sie in ihren Arbeiten umsetzen", so Pöstges.

 

Seit der Eröffnung sind zahlreiche Künstlerkooperationen entstanden – etwa mit internationalen Künstler*innen oder dem Kunstmuseum Bonn. Pöstges ist überzeugt: „Unser Anliegen ist es, die Arbeiten der Künstler*innen nach außen zu bringen und in die Welt zu tragen. Kulturelle Teilhabe ist unser Hauptziel und auch das, was uns antreibt."

 

Genau diese Arbeit im KAT18 ist nun vom Kölner Kulturrat e.V. gewürdigt worden. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss der Fördervereine und -institutionen des städtischen Kulturbereichs zur Unterstützung des kulturellen Geschehens in Köln, der herausragende Leistungen und wegweisende Entwicklungen in der Kölner Kulturszene auszeichnet. Mit dem Kulturpreis soll die hohe Qualität der Kultur in der Domstadt herausgestellt und Impulse für ihre Entwicklung gegeben werden.

 

Über die Preisvergabe entschied eine unabhängige, fachkundige Jury, bestehend aus dem Vorsitzenden des Kulturrats NRW Gerhart Baum, dem Intendant des Bonner Kunstmuseums Prof. Dr. Stephan Berg, der ehemaligen Generalsekretärin der Kunststiftung NRW Regina Wyrwoll, dem geschäftsführenden Gesellschafter von facts and fiction Jörg Krauthäuser, den Kulturjournalist*innen Anne Burgmer und Axel Hill, der Literaturkritikerin Miriam Zeh, der Theaterkritikerin Dr. Sandra Nuy sowie dem Vorsitzende des Kölner Kulturrats Dr. Hermann Hollmann.

 

Hier finden Sie weitere Infos zum Kölner Kulturpreis, ein Videoporträt von Jutta Pöstges sowie weitere Veröffentlichungen auf Domradio.de, im Kölner Stadt-Anzeiger und auf Radio Köln.de.